Entspannungs- und Genussfähigkeit gelten nach dem Modell der Salutogenese (Aaron Antonovsky 1923-1994) als wichtige gesundheitsschützende Faktoren. Antonovsky kritisierte am herkömmlichen medizinischen Denken, dass es sich primär daran orientiere, wie pathogene (krankmachende) Faktoren vermieden oder bekämpft werden können. Der Blick hatte sich verengt auf Gefahren und Risiken. Gesundheit als Pflichtprogramm: körperliche Fitness, lukullische Versagungen und regelmäßige medizinische Vorsorgetermine. Diese beengte Sichtweise war lediglich an der Frage interessiert: Was macht Menschen krank? Den Blickwinkel erweiterte Antonovsky mit der entscheidenden Frage: Was hält Menschen gesund? Diese Fragestellung eröffnete einen Paradigmenwechsel in Medizin und Gesundheitspflege. Sie impliziert eine ergänzende Sichtweise, die sich an der genussvollen Stärkung unserer Widerstandskraft - ohne Leistungsanspruch (!) orientiert. Genießen lernen, den Freudequotienten im Alltag erhöhen, sich in Wohlbefinden üben - all dies sind wichtige Ingredienzen zum Erhalt und zur Stärkung unsrer Gesundheit.
In dieser Tradition verstehe ich meine Arbeit: Nicht Krankheiten behandeln, sondern Gesundheit fördern: Die Freudequellen im Leben mit den natürlichen Kräften der Natur vermehren, weil sie eine wichtige Bedeutung für unsere Gesundheit haben.
Wenn Sie mehr über das Modell der Salutogenese erfahren möchten, empfehle ich Ihnen folgende Literatur:
Dipl.-Psych. Dr. Ohm, Dietmar: "Lachen, lieben, länger leben", Stuttgart 1997
- Genießen lernen, Lebenssinn finden, Freude und Glück erleben
- Selbstheilungskräfte aktivieren
- Gesundheitspsychologie im Alltag
(Dieses Buch räumt endgültig mit dem Satz auf: "Alles was Spass macht, ist ungesund, macht dick oder ist unmoralisch". Es verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger - leider ist es nur noch über Bibliotheken erhältlich)
Antonovsky, Aaron: "Salutogenese - zur Entmystifizierung der Gesundheit", Tübingen 1997
(wichtiges Grundlagenbuch)
Hg: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln 1998: "Was erhält Menschen gesund - Antonovskys Modell der salutogenese - Diskussionsstand und Stellenwert", Band 6, Köln 2001
(Broschüre: kostenlos erhältlich über den Herausgeber, www.bzga.de)
Jork, Klaus, Peseschkian, Nossrat (Hrg): "Salutogenese und Positive Psychotherapie - Gesund werden - gesund bleiben", Bern 2005/2006
Petzold, Theodor Dierk: "Praxisbuch Salutogenese - Warum Gesundheit ansteckend ist", München 2010

